Hof Kirchhorst


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betrieb der Deutschen
Reiterlichen Vereinigung FN

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Reitweisen


Reitweisen und Reitunterricht

Charakteristische Reitweisen und Gangarten bei Pferden

A) Grundgangarten bei Pferden

1. Schritt

2. Trab

3.Galopp

B) Besondere Gangarten bei Pferden

1. Tölt

2. Walk

C) Geschwindigkeiten der charakteristische Gangarten bei Pferden

Grundgangarten bei Pferden

Die meisten Pferderassen haben nur die Grundgangarten. Dies ist auf Zucht zurückzuführen, um leichter reitbare Pferde zu erhalten, denn jede Gangart erfordert einen anderen Bewegungsablauf des Reiters, der erlernt werden muss.

Reitweise und Reitunterricht: Schritt

Der Schritt ist eine ruhige Viertaktgangart ohne Schwebephase, bei der das Pferd die Hufe in der Reihenfolge links vorne - rechts hinten - rechts vorne - links hinten setzt, wobei die Bewegungen sich ein wenig überlappen. Als fehlerhaft gilt ein passartiger Gang (in der deutschen bzw. klassischen Reitlehre - es gibt freilich Pferderassen von Passgängern, etwa beim Isländer den Rennpass).

Man unterscheidet Mittelschritt, versammelten und starken Schritt. Die beiden letzteren werden erst nach der Grundausbildung des Pferdes verlangt.

Reitausbildung

Beim starken Schritt mit mehr Raumgriff tritt der Hinterhuf deutlich über den Abdruck des Vorderhufs hinaus, man spricht auch von Rahmenerweiterung, bei der die Schrittfrequenz nicht eiliger, aber die Schritte ausgreifender und die Nickbewegung des Pferdekopfs deutlicher werden. Beim versammelten Schritt soll sich die Versammlung erhöhen, nicht lediglich der Schritt verlangsamt und verkürzt werden (Pass-Gefahr; siehe auch weiter unten: Pass). Starker und versammelter Schritt werden erst in fortgeschrittenen und höheren Dressuraufgaben verlangt. Der Schritt ist die Gangart, bei der am wenigsten durch Ausbildung und Training verbessert werden kann.

Der versammelte Schritt gilt in der Regel als die schwerste Gangart von allen. Wenn man im Schritt zu sehr an den Zügeln zieht, kann es sein, dass aus Schritt Pass wird.

Reitweise und Reitunterricht: Trab

Der Trab ist eine schnelle Zweitaktgangart, bei der jeweils das diagonale Beinpaar gemeinsam vorgeschwungen wird. Zwischen den beiden Bodenberührungen gibt es dabei eine kurze Schwebephase. Die Einhaltung der Gangart ist wichtig im Trabrennen, bei Nicht-Einhaltung erfolgt Disqualifikation.

Man unterscheidet beim Dressurreiten versammelten Trab, Arbeitstrab, Mitteltrab und starker Trab. Übungen aus der hohen Schule sind ein Trab nahezu auf der Stelle, als Piaffe bezeichnet, und ein Trab mit einer verlängerten Schwebephase und akzentuierter gehobenen Beinen als Passage.

Im Westernreiten nennt man einen sehr langsamen, mit kurzen Schritten ohne Schwebephase ausgeübten, ausdauernd zu reitenden Trab den Jog. Dieser ist im praktischen Westernreiten besonders wichtig, da er dem optimalen Tempo einer getriebenen Rinderherde entspricht.

Reitweise und Reitunterricht: Galopp

Der Galopp ist eine schnelle Dreitaktgangart, für den Rechtsgalopp ist die Bewegungsfolge rechts hinten - rechts vorne und links hinten - links vorne, dann ausgeprägte Schwebephase. Er kann auch spiegelbildlich als Linksgalopp geritten werden. Der Galopp eines Pferdes kann als eine Abfolge von Sprüngen aufgefasst werden.

Nach neuesten Messungen ist der Galopp beim Pferd eigentlich eine Viertaktgangart, da links hinten und rechts vorne in der Bewegungsfolge nicht wirklich exakt gleichzeitig gesetzt werden. Je schneller der Galopp geritten wird, umso größer ist der zeitliche Unterschied zwischen links hinten und rechts vorne. Der Unterschied ist allerdings so gering, dass er für den Reiter unbedeutend ist. Es gibt jedoch zwei Fälle, in denen der Viertakt deutlich sichtbar wird: Beim sehr schnellen Renngalopp sowie beim extrem langsamen Galopp. Letzterer ist je nach Reitweise erwünscht oder verpönt.

Eine besondere Variante des Galopps ist der Rückwärtsgalopp, bei dem das Pferd die gleiche Bewegungsabfolge ausführt, jedoch die Beine nach hinten setzt. Er kann nur andressiert werden. Auch der Galoppwechsel kann als eine Abwandlung des Normalgalopps angesehen werden. Hierbei wechselt das Pferd bei jedem Galoppsprung die Galoppart vom Links- zum Rechtsgalopp und zurück. Ein schneller gestreckter Galopp wird auch als Karriere oder Carrière bezeichnet.

Reitweise und Reitunterricht: Besondere Gangarten

Die besonderen Gangarten sind nicht bei allen Pferderassen anzutreffen. Meist sind diese Gangarten genetisch festgelegt. Ein Erlernen des Passgangs ist zwar für viele Pferde möglich, aber solche mit der genetischen Anlage dazu tun sich sehr viel leichter dabei. Ein Pferd hat maximal fünf Gangarten.

Reitweise und Reitunterricht: Tölt

Der Tölt ist eine Spezialgangart und besonders bei Islandpferde anzutreffen, die für den Reiter besonders angenehm und rückenschonend ist. Im Gegensatz zu Trab und Galopp hat Tölt keine Schwebephase, sondern ist eine gelaufene Gangart. Der Reiter sitzt fast erschütterungslos auf einem locker schwingenden Rücken. Tölt hat, abhängig von der Ganglage und Ausbildung des Pferdes, eine hohe Tempovarianz zwischen Schritt- und Galopptempo. Die Fußfolge von Tölt ist dieselbe wie die des Schrittes: hinten links, vorne links, hinten rechts, vorne rechts.

Der Tölt und der Schritt sind Gangarten im Viertakt mit acht Phasen. Anders als beim Schritt wechseln sich im Tölt jedoch Ein- und Zweibeinstützen ab.

Ursprünglich hatten wohl alle europäischen Pferderassen eine genetische Veranlagung für den Tölt. Töltende Pferde wurden im Mittelalter auch als Zelter bezeichnet. Mit dem Aufkommen der Kutschfahrerei wurden bequeme Reitpferde unwichtig und reiten unmodern. Da Tölt keine Sprungphase hat und daher im Zug keine einem trabenden Pferd adäquate Leistung erbracht werden kann, stellte sich die Pferdezucht auf Traber um. Durch die Erfindung und Verbreitung des Automobils gab es eine lange Phase der Stagnation in der Reitpferdezucht, die Gebrauchsreiterei starb. Der Pferdebestand war durch die Weltkriege stark dezimiert worden. Ausgehend von der klassischen, oft militärischen Reiterei gab es in Deutschland im Wesentlichen nur noch eine kleine elitäre Minderheit von Dressurreitern und Springreitern.

Erst mit der Entwicklung der Freizeitreiterei und der starken Verbreitung der Islandpferde nach dem Zweiten Weltkrieg auch und gerade in Deutschland wurden der Tölt und das Gangpferdereiten populär. Werblich "auf dem Rücken der Islandpferde" wurden auch viele andere Gangpferderassen nach Deutschland importiert und werden inzwischen hier gezüchtet, z. B. Peruanische Pasos und Paso Finos, Aegidienberger, American Saddlebreds, Berber und Töltende Traber. Es gibt immer mehr spezielle Gangpferdeturniere für Islandpferde und weitere töltende Rassen, ausgetragen in erster Linie vom Islandpferde Reiter- und Züchterverband (IPZV) und der Internationalen Gangpferdevereinigung (IGV).

Reitweise und Reitunterricht: Walk

Der Walk ist die Gangart des Tennessee Walking Horse. Sie ähnelt dem Tölt. Im Gegensatz zu diesem sind beim Walk allerdings immer drei Hufe am Boden, was nochmals höhere Gangsicherheit ergibt. Der Walk ist ein Viertakt mit Kopfnicken und Zähneklicken.

Geschwindigkeiten bei den Grundgangarten der Pferde

Gangart Arbeitstempo in m/min Versammeltes Tempo in m/min Mitteltempo in m/min
Schritt 100 (=8 km/h) 60 (=5 km/h) 120 (=10 km/h)
Trab 205 (=15 km/h) 100 (=10 km/h) 300 (=20 km/h)
Galopp 288 (=22 km/h) 200 (=15 km/h) 450 (=28 km/h)
- alles ca. Angaben      

Quelle: wikipedia.de