Hufeisen & Schmied Ratgeber

Nahezu jeder Pferdefreund kennt den Geruch verbrannten Horns, wenn er in den Stall kommt und weiß sofort: Der Hufschmied ist da! Viele Pferde tragen Hufeisen, doch wozu sind diese eigentlich gut? Und braucht sie das Pferd überhaupt?

Der Huf

Um diese Fragen beantworten zu können, müssen wir uns zuerst die Funktion des Hufes genauer anschauen. Das Pferd trägt sein gesamtes Gewicht auf seinen vier Hufen. Diese schützen das Pferd vor Abnutzung sowie vor unterschiedlichen Temperaturen und gewährleisten, dass das Pferd sich auf nahezu jedem Untergrund sicher bewegen kann.

Der sogenannte „Hufmechanismus“ beschreibt die Verformung des Hufes bei jedem Auf- und Abfußen. Der Huf ist also doch kein so starres Gebilde wie gedacht. Dieser Hufmechanismus sorgt für eine gute Stoßdämpfung und hat zudem die wichtige Aufgabe des Blut- und Nährstofftransportes. Mit jedem Schritt, den das Pferd macht, wird der Blutkreislauf unterstützt. Daher ist ausreichend Bewegung auch aus diesem Blickwinkel essenziell wichtig für das Pferd.

Warum muss dann der Schmied kommen?

Wie wir gesehen haben, hat die Natur einen wunderbaren Mechanismus geschaffen, der für das wildlebende Pferd immer gut funktioniert hat. Warum greifen wir dann in Form von Hufeisen in diesen Mechanismus ein?

In der Natur wird durch die Bewegung auf meist sandigen Untergründen gerade so viel Horn abgetragen, wie auch wieder nachwächst. Daher behält der Huf seine optimale Form. Durch die veränderten Umstände der Haltung unserer Reitpferde, werden die Hufe nicht mehr selbstständig in Form gehalten, sondern der Schmied oder der Hufpfleger muss Hand anlegen und die Hufe ausschneiden sowie in die richtige Form bringen um weiterhin ein optimales, gesundes Abfußen zu ermöglichen.

Doch wann braucht ein Pferd denn jetzt Hufeisen?

Durch Untergründe, wie beispielsweise Pflastersteine, Teerstraßen oder Schotterwege, an die das Pferd aus seiner natürlichen Umgebung nicht gewöhnt und angepasst ist, kann der Huf in starke Mitleidenschaft gezogen werden. Es kommt zu falschen Abnutzungen, Verletzungen und zu einem „fühligen“ Gang, das heißt das Pferd tritt ungerne auf und versucht sich auf weichere Untergründe zu retten. Um dies zu verhindern, werden Hufeisen als Schutz auf den Huf genagelt.

Zudem können gut angepasste oder auch Spezialeisen Fehlstellungen korrigieren und den Bewegungsapparat des Pferdes entlasten.

Hierfür werden alle sechs bis acht Wochen durch den Hufschmied die alten Eisen abgenommen, der Huf in die richtige Form gebracht und die neuen Eisen heiß oder teilweise kalt an den Huf angepasst und aufgenagelt. Dem Pferd tut dies nicht weh, vorausgesetzt der Schmied kennt die Strukturen des Hufes und geht sorgfältig vor.

Und die Alternativen?

Hat ein Pferd gesunde Hufe und wird nicht übermäßig auf unpassendem Untergrund geritten, ist es immer noch am natürlichsten sein Pferd barhuf gehen zu lassen. Der natürliche Hufmechanismus funktioniert so am besten. Sollte dies aus verschiedensten Gründen nicht möglich sein, so besteht neben den Hufeisen noch die Variante der Hufschuhe oder der Klebeeisen.

Und nun?

Jeder Pferdebesitzer sollte sich durch einen guten Hufschmied oder Barhufpfleger beraten lassen und dann eventuell in Absprache mit dem Tierarzt für die richtige individuelle Variante entscheiden. Ein pauschales Richtig oder Falsch gibt es auch hier (leider) nicht…

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